11. Januar 2009

"Mehr als nur Licht & Ton" Die contour Story im Event Partner 6/2008

Mehr als nur Licht & Ton

Image-Kampagne bei contour: Die Spezialisten für Veranstaltungstechnik aus Overath möchten künftig bei Veranstaltungen jeder Art als Fullservice-Anbieter verstärkt Flagge zeigen – vor allem auch im Event-Bereich.

In einem Gewerbegebiet der Gemeinde Overath (bei Köln) hat die „contour licht & audio Veranstaltungsservice GmbH“ ihren Firmensitz. Mitten in der Idylle des Bergischen Landes breiten sich hier auf einer Fläche von 1.800 qm Büros wie Lager aus und bieten 22 festangestellten Mitarbeitern sowie Unmengen an technischem Equipment reichlich Platz. contour bildet aus, und derzeit bereiten sich fünf angehende Fachkräfte für Veranstaltungstechnik, ein Fachlagerist, eine Veranstaltungskauffrau sowie eine Kauffrau für Bürokommunikation in Overath auf ihre berufliche Zukunft vor.

 


Dalai Lama

 

Historie
Die Firma contour ging Ende 1995 aus zwei Einzelunternehmen hervor; als Geschäftsführer aktiv sind bis heute Felix Lenz und Frank „Gecko“ Kasper, die durch Thomas Lutz als stillen Gesellschafter ergänzt werden. Felix Lenz hat eine Ausbildung als technischer Zeichner im Sondermaschinenbau absolviert; Frank Kasper war zwischen 1987 – 1995 mit diversen Bühnenproduktionen als Allround-Techniker unterwegs und betreute unter anderem die seinerzeit extrem beliebte Comedy-Truppe „Die Niegelungen“ bei Hunderten von Auftritten.
Kennen gelernt haben sich die heutigen contour-Geschäftsführer bei einer Produktion im Kölner Tanzbrunnen: Die Chemie stimmte, und auch das vorhandene Equipment ergänzte sich bestens, so dass man nach einer Probezeit nicht zuletzt mit dem Gedanken an mögliche Synergien die Firma contour ins Leben rief. Der Name setzt sich aus den Begriffen „Concert“ und „Tournee“ zusammen, was die damaligen Geschäftsfelder bestens abbildet - mittlerweile ist das Leistungsportfolio deutlich breiter gefächert, und „Wir verleihen Ihrer Veranstaltung contour“ hat sich als Maxime etabliert.
Die Startphase gestaltete sich für das junge Unternehmen reibungslos, da jeder der beiden Geschäftsführer bereits über einen gewachsenen Kundenstamm verfügte, der selbstverständlich weiterhin bedient wurde. „Durch das gebündelte Know-how konnten wir aber plötzlich deutlich größere Jobs übernehmen“, erinnert sich Felix Lenz und weist darauf hin, dass sich Kontakte zu neuen Kunden bis heute vorrangig durch Mund-zu-Mund-Propaganda ergeben. Tourneen und Konzerte machen weiterhin einen großen Teil des Geschäfts aus, wobei contour in ganz unterschiedlichen Veranstaltungsbereichen tätig ist. Überregional bekannt wurde das Unternehmen insbesondere mit der Entwicklung des "magic polygon"-Systems.

 


KölnMarathon 2008

 

Portfolio
„In den vergangenen drei Jahren haben wir die Anschaffung von neuem Equipment zunehmend aus kaufmännischer Perspektive betrachtet und genauestens analysiert, welche Art von Produktionen wir vorrangig betreuen und welches Material dort regelmäßig verlangt wird“, berichtet Frank Kasper. Rasch wurde im Rahmen der Auswertungen klar, dass die zweifellos gut klingenden und bei Live-Tontechnikern beliebten  Eigenprodukte („Lenz Audio“-Lautsprecher) leider nicht unbedingt in den Ridern größerer Produktionen gelistet sind. Man entschied sich daher nach einer intensiven Evaluierung für die Anschaffung aktiver Lautsprechersysteme des amerikanischen Herstellers Meyer Sound, deren Vorzüge Kasper im Gespräch detailliert erläutert. Mittlerweile verfügt contour über eine komplette Range, die sich vom "MICA" Line-Array über "M’elodie"-Komponenten und Systeme der U-Serie bis zum kompakten "MM-4XP"-Würfellautsprecher erstreckt und auch mehrere Lautsprecher-Managementsysteme des Typs „Galileo“ sowie den „SIM 3“-Audioanalyzer beinhaltet. „Das hat uns als Firma wirklich weiter gebracht“, resümiert Frank Kasper zufrieden die mit durchaus nennenswerten Kosten verbundenen Anschaffungen.
Jenseits der hochwertigen Audioausstattung zu der u.a. auch Markenprodukte der Firmen DiGiCo, Yamaha, Shure und Neumann gehören, verfügt contour über umfangreiche Lichttechnikbestände inklusive moderner LED-Lampen. Im A/V-Bereich besitzt die Firma nach Aussage von Frank Kasper „alles, was im täglichen Geschäft benötigt wird“: Beamer mit Leistungen bis 15.000 ANSI-Lumen, FastFold-Leinwände in Auf- und Rückpro-Ausführungen sowie eine kompakte Videoregie sind vorhanden; bei größeren Produktionen mit besonders aufwändiger Kameratechnik werden spezialisierte Partner hinzugezogen.
Dass contour schon vor Jahren in der Lage war, selbst große Produktionen zu stemmen, beweisen Arbeiten als Generalunternehmen für die Opern- Festungsspiele in Koblenz (1997–2002) oder der Gewerkesupport für Top-Acts wie Pink, Peter Maffay, Tokio Hotel und andere. Wer Aufträge dieser Kategorie erfolgreich bewältigen kann, sollte in puncto Ton und Licht auch für die überwiegende Zahl von Events bestens gerüstet sein. contour definiert sich im Event-Kontext meist als reiner Technikdienstleister, wobei man laut Felix Lenz auch beratend tätig wird: „Wir bieten ein Baukastensystem, mit dem man sehr viel kombinieren kann, und sofern es gewünscht wird, nehmen wir durchaus gerne auch gestalterischen Einfluss“, erläutert der contour-GF und verweist auf die Möglichkeit zu komplexen 3D-Visualisierungen, die in Zusammenarbeit mit einem Partner erstellt werden.
Zu den Veranstaltungshighlights der vergangenen Jahre gehören für contour im Event-Bereich fraglos die Betreuung des Dalai Lama bei Auftritten in Deutschland und Italien sowie ein großer Abend-Event anlässlich der kürzlich stattgefundenen photokina. Freunden elektronischer Tanzmusik sollte contour in jedem Fall ein Begriff sein: Das Unternehmen aus Overath stattete über 8 Jahre hinweg das „Nature One“- Techno Festival im „Century Circus“ aus, war für den „DMA - Dance Music Award“ tätig und kümmert sich von Beginn an um die technischen Belange der ständig wachsenden „c/o pop“-Veranstaltungsreihe. Auch für die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wird contour regelmäßig aktiv, und beim Wirtschaftstag der Volks- und Raiffeisenbanken wie auch beim NGG-Gewerkschaftstag in Berlin kann die Firma als technischer Dienstleister seit vielen Jahren überzeugen. Einzelne Gewerke werden Endkunden oder Kollegen immer öfter als Support angeboten,  und Messetechnik sowie Dry-Hire sind deutlich wachsende Geschäftsfelder. Referenzen sind auf der neu gestalteten Website (www.contour.tv) des Unternehmens zu finden.

 

magic polygon
Jenseits der bereits erwähnten Angebote hält contour eine außergewöhnliche Überdachungslösung für Events bereit: „Vor ungefähr zehn Jahren habe ich das erste Mal einen großen Schirm gesehen, der wie ein Fallschirm aussah und über eine Veranstaltungsfläche gespannt war“, berichtet Felix Lenz. „Das hat mich fasziniert, und ich habe mich auf die Suche nach dem Anbieter gemacht.“ Fündig wurde Lenz bei Georg Chatzakos, dessen Unternehmen heute unter der Bezeichnung „Magic Sky Schirmsysteme“ bekannt ist.
Nach Gesprächen mit Chatzakos gründete Lenz eine Firma („know-how! Event GmbH“) zur Vermarktung der „Magic Sky“-Produkte. Die markanten Schirme wurden seinerzeit von einem Kran gehalten, was Lenz für viele Einsätze als nicht optimal erachtete. Der gelernte technische Zeichner entwickelte nach eigener Aussage daher eine geeignete Tower-Konstruktion, die neben einem geringeren Platzbedarf auch Kostenvorteile speziell bei längeren Standzeiten in Aussicht stellte. Der erste Einsatz des auf den Namen „magic polygon“ getauften Systems fand bei einer Jubiläumsveranstaltung der Kölner Firma Reisswolf statt – ein spezieller Groundsupport machte dabei die zuvor benötigten langen Abspannbändchen obsolet. „Sämtliche Systementwicklungen, die nicht direkt mit der Membran zu tun haben, stammen von Felix Lenz“, sagt contour-Geschäftsführer Frank Kasper.


Blauer See 2008

Die Kombination aus „Magic Sky“-Membran und „magic polygon“-Support erwies sich als äußerst erfolgreich, und bei einer Vielzahl von Veranstaltungen konnte man das Paket im Einsatz erleben. Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft etwa lieferte contour Überdachungssysteme nach Basel, Wien, Zürich und St. Gallen, wobei insgesamt 13 „magic polygon"-Systeme mit Durchmessern von 15, 18, 21, 24 und 30 Meter zum Zuge kamen. contour arbeitete bei diesem Projekt mit der Medial Werbe GmbH aus Wien und der Magic Sky Schirmsysteme GmbH aus Esslingen zusammen.
Mitte 2008 kam es zur Trennung von der Magic Sky GmbH: „Im Moment beinhalten die „magic polygon“-Produkte noch die „Magic Sky“-Membran“, erklärt Frank Kasper und weist im gleichen Atemzug darauf hin, dass bei contour eine neuartige Dachhaut entwickelt wird. Wann diese Entwicklung abgeschlossen sein und real zum Einsatz kommen wird, war zum Redaktionsschluss noch nicht abzusehen - laut Felix Lenz befindet sich der Prozess jedoch in einem weit fortgeschrittenen Stadium, und die neue Membran soll schon bald ersten praktischen Tests unterzogen werden.

 


Media Night 2008

 

Jede Menge Potenzial
Immer noch betreut contour zahlreiche Kunden, die der Firma seit ihren Gründungstagen treu sind; zu nennen wäre beispielsweise das allseits beliebte „Internationale Gaukler- und Kleinkunstfestival“ in Koblenz, aber auch die famose „Fred Kellner Band feat. Anke Engelke“. Ganz generell scheinen beständige Geschäftsbeziehungen in Overath hoch im Kurs zu stehen: „Wir waren uns bei contour stets darüber einig, dass wir ergebnisorientiert arbeiten wollen“, sagt Frank Kasper. „Die zentrale Frage lautet bei uns, was eine spezielle Veranstaltung tatsächlich für ihr Gelingen benötigt und nicht, was gerade an Equipment bei uns im Lager vorhanden ist und vermietet werden soll.“ Felix Lenz verwendet im gleichen Zusammenhang die Metapher vom „maßgeschneiderten Anzug“.
Für die Zukunft hat sich das contour-Team vergleichsweise moderate Ziele gesetzt; die Kommunikation nach außen und die Wahrnehmung im Markt sollen jedoch in jedem Fall weiter verbessert werden, was nicht zuletzt durch die Einstellung von Vertriebs-Profi Ton Groen als Business-Developer unterstrichen wird. „Unser beständiges Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas, worauf wir durchaus stolz sind“, sagt Felix Lenz. „Unsere Flexibilität und unsere vielen Standbeine haben diese kontinuierliche Entwicklung ermöglicht, und wir können heute prinzipiell bis zu einer gewissen Größenordnung die gesamte Veranstaltungspalette aus eigener Kraft abdecken.“ Frank Kasper ergänzt: „Wir wollen uns als Firma mit Bedacht weiterentwickeln und im Gegensatz zu früher auch daran arbeiten, dass der Name contour noch bekannter wird. Ich mag zwar eigentlich das Image des Underdogs, aber wir verfügen über umfangreiches, in vielen Jahren gewachsenes Know-how und haben jede Menge Potenzial hier im Haus!“

 


Felix Lenz, Ton Groen und Frank Kasper (v.l.)


Text: Jörg Küster
Fotos: Contour, Jörg Küster (Portrait)

 

Quelle: Event Partner