contour mit Meyer Sound im „Empire“ der MAYDAY
Der 30. April ist MAYDAY-Tag. Seit mittlerweile fünfzehn Jahren findet die „Mutter aller Raves“ in der Dortmunder Westfalenhalle statt. Die Techno-Szene tanzt in den Mai, könnte man meinen. Doch der Name gründet tatsächlich auf dem im Sprechfunk gebräuchlichen Notruf. Die erste MAYDAY fand denn auch an einem 14. Dezember statt; 1991 in Berlin, zur Rettung des ostdeutschen Jugendsenders DT64. Während DT64 längst nicht mehr sendet, hat die MAYDAY überlebt und ist ihrerseits bestenfalls auf technische Hilfe angewiesen.
Die kam in diesem Jahr erstmals auch von Meyer Sound. Die contour Veranstaltungsservice GmbH aus Overath übernahm in der Dortmunder Westfalenhalle die Beschallung des zweitgrößten Floors namens „Empire“, einer 1.800 Quadratmeter großen Location mit einer zu beschallenden Fläche von 25 x 45 Metern. Keine allzu große Fläche eigentlich, aber MAYDAY heißt immer auch Materialschlacht, und wer hier dabei ist, fährt schweres Geschütz auf. Das erwarten die Besucher, und das passte auch zum Motto der diesjährigen MAYDAY, die zum ersten Mal von der I-Motion GmbH veranstaltet wurde: „New Euphoria“. Die drei Floors der MAYDAY präsentierten sich mit jeweils eigenem musikalischem Profil plus entsprechendem Headliner – auch das eine Neuerung. Im „Empire“, für das contour verantwortlich war, wurde jedenfalls die ganz harte Gangart angeschlagen: Techno und Hardtechno mit Headliner Sven Väth.
Keine leichte Aufgabe. Doch Frank „Gecko“ Kasper, neben Ralf Wolters der leitende Systemingenieur, kann mit contour bei der Beschallung von Techno-Großveranstaltungen auf eine achtjährige Erfahrung zurückgreifen. Von der „Nature One“ und der „Liberty One“ bis zur „Winterworld“ und der „Ruhr in Love“ hat contour schon alle Floorgrößen gemeistert.
Ins „Empire“ brachte Kasper ein Großaufgebot von insgesamt 84 Meyer Sound-Lautsprecher mit:
- 28 x MICA Compact High-Power Curvilinear Array Lautsprecher
- 18 x M’elodie Ultracompact High-Power Curvilinear Array Lautsprecher
- 30 x 600 HP Compact High-Power Subwoofer
- 8 x 700 HP UltraHigh-Power Subwoofer
Außerdem 1 x Sim 3 Audio Analyzer, 3 x Galileo Lautsprecher Management System, und 1 Remote Monitoring System.
Kasper entschied sich bezüglich der Tops für eine 6-Punkt-Beschallung und flog außen vier Arrays aus je 5 x MICA und 3 x M’elodie und innen zwei kleinere Arrays aus je 4 x MICA. Die Subwoofer gruppierte er in drei ganz spezifischen Systemen. Unter der Bühne eine ARC mit acht Positionen aus 16 x 600 HP; die 8 x 700 HP end-fired in vier Doppelpacks in der Mitte des Saales und 14 x HP 600 am Eingangsbereich.
Hier am Eingang des „Empire“, dem Nadelöhr der Location, stellten sich Kasper die größten Probleme, da kein System am Boden stehen durfte. „Eine links und rechts außen gestellte Variante“, erklärt Kasper, „wäre zwar möglich gewesen, hätte aber aufwändig abgesperrt werden müssen und die typischen akustischen Auslöschungen ergeben“. Keine Option für Kasper. Techno bemisst sich schließlich immer noch in bpm. Also arbeitete man bei contour eine ganz spezielle Rigging-Lösung aus, die in der hauseigenen Werkstatt gebaut wurde. So konnten schließlich 14 x 600 HP in zwei Siebenerreihen hintereinander über dem Eingang geflogen werden, auslöschungsfrei und ohne Bodenberührung.
Kopfzerbrechen bereitete Kaspar ausgerechnet noch eine jener Meyer-Qualitäten, die gemeinhin als absolutes Plus gilt: „Der sehr geringe Klirrfaktor der Meyer-Sound-Systeme hat mir im Vorfeld Sorgen gemacht. Ich dachte, der Höreindruck könnte vielleicht zu leise ausfallen.“ Hintergrund der Befürchtung war die glasklare Entscheidung Kaspers, den Sound bei 110 Dezibel abzuregeln. „Man kann lange diskutieren, welcher Pegel für eine Veranstaltung wie die MAYDAY der richtige ist … Ich habe die Beschallung jedenfalls bei auf dem Dancefloor gemessenen 110 db (A) limitiert. Einigen wenigen war das vielleicht nicht laut genug, einigen wenigen hat es vielleicht nicht ‚weh’ genug getan … aber eine noch größere Energie, über zehn Stunden nonstop, das ist einfach zu gewaltig und gefährlich.“
Der Schalldruck war über die gesamte Breite der Location gleichmäßig satt, Stimmung und Sound waren phantastisch. „Ich glaube, wir haben sowohl den Nerv der Veranstalter, als auch den der Besucher getroffen“, zieht Kasper Bilanz. Und genau darum geht es auf einem Rave schließlich: Er muss den Nerv treffen.
Quelle: "Meyersound.de"

